Audi R8

1 Tag in der Motorsportarena in Oschersleben

by Frank Upmeier Foto & Text

Im Jahr 2017 begleite ich den Bad Salzuflener Rennfahrer Dennis Bröker bei seinem Debüt in den Motorsport.

Dennis Bröker startet in diesem Jahr im ADAC-Logan-Cup. Hier treten Dacia Logans mit identischen technischen Voraussetzungen gegeneinander an.

Die Strecke der Motorsportarena beträgt für Autorennen knapp 3,7 km und bewältigt mit seinen 14 Kurven einen Höhenunterschied von 23 Metern.

Auf der 700m langen Start-Ziel-Geraden können Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 280 km/h erreicht werden. Der Rundenrekord liegt seit 2011 bei 1:17.084. Beim ADAC-Logan-Cup liegen die Rundenzeiten bei ca. 2 Minuten.

Wie so ein typischer Renntag aussieht, schildert uns Dennis Broker am besten selbst: Um halb 5 am Morgen klingelt mein Wecker. Schnell werden die am Vortag für den Tag vorbereiteten wichtige Dinge zusammengepackt. Überwiegend reise ich direkt am Renntag an, da die Fahrt zur Motorsportarena in Oschersleben nur gut 2 Stundendauert. An der Rennstrecke angekommen geht es für mich zu aller erst zur Dokumenten- und technischen Abnahme.

Hier wird zum einen meine Rennlizenz und zum anderen meine Rennbekleidung bestehend aus flammenhemmenden Rennoverall, Handschuhe, Rennschuhe, Unterwäsche, sowie Helm und das dazugehörige HANS System (Head And Neck Support) auf Beschädigungen sowie auf die gültigen vorgeschriebenen Normen von den technischen Kommissaren überprüft.

Mein Rennstall „Pfister Racing“ reißt bereits am Vortag an und muss ebenfalls zu den jeweiligen Abnahmen und Dokumente ausfüllen sowie den Rennwagen durchchecken lassen. Bevor es endlich hinter das Steuer geht, führt der Rennleiter die obligatorische Fahrerbesprechung durch, welche für alle Teilnehmer Pflicht ist. Es werden hier innerhalb einer halben Stunde alle für den Renntag relevanten Themen besprochen. Nach einer kurzen Pause folgt das freie Training, welches über eine Stunde geht, bei der es darum geht die Witterungsverhältnisse auf der Rennstrecke kennenzulernen und zu analysieren.

Darauf basierend wird das Fahrzeug für das anschließende 15 minütige Qualifying optimal eingestellt. Zudem wird hier Teamintern ermittelt welcher Fahrer um die Startaufstellung fährt. Im Qualifying ist es sehr wichtig schnell alle wichtige Komponenten wie Reifen, Motor, Bremse auf Betriebstemperaturen zu bekommen, um bei besten Verhältnissen eine schnelle Runde zu fahren. Das kann im im besten Fall die Poleposition bedeutet. Nach einer Pause und einer Teambesprechung geht das Startprodezere los. Wenn die Ampel am Ende der Boxengasse auf grün geschaltet ist, muss ich innerhalb von 3 Minuten herausgefahren gefahren sein, da ansonsten der Start aus der Boxengasse als letzter erfolgen muss.

In der Startbox angekommen gibt es dann die Möglichkeit, dass die Teammitglieder am Fahrzeug letzte Instruktionen geben, ehe sie 5 Minuten vor dem Start diese wieder verlassen müssen. Beim Start selber gilt es, als Fahrer kühlen Kopf zu bewahren und ohne Kollision durch die ersten Kurven zu fahren und dabei, je nach Startposition, möglichst viele Konkurrenten zu überholen oder die Spitzenposition zu verteidigen. Zudem sind im 2h Bördesprint Cup neben einem konstant schnellem Tempo eine zuverlässige Technik wichtige Schlüssel für den Erfolg. Je nach Taktik steht nach frühstens 20 Minuten der erste und spätestens 20 Minuten der letzte von zwei Fahrerwechseln an. Bisher bin ich hier immer den mittleren Abschnitt von einer knappen Stunde am Stück und mein Teamkollege die ersten und die letzten knapp 30 min. gefahren.

Beim Fahrerwechsel spielt das Einhalten der Geschwindigkeitsbegrenzung von 20km/h und die Mindeststandzeit eine wichtige Rolle um keine Zeitstrafe zu erhalten. Hierbei die Konzentration trotz großer Hitze im Fahrzeuginnenraum hoch zu halten ist da enorm wichtig. Mein bisheriges Highlight lag im letzten Rennen in der Schlussphase. Nachdem ich mich in meinem Stint bis auf Platz 3 vorgekämpft habe, konnte mein Teamkollege mit einem hauchdünnen Vorsprung zum 4. Platz das erste Podium ins Ziel retten und ich mit meinem Team den ersten Podiumsplatz meiner Karriere im Tourenwagenmotorsport einfahren! Eine großartige Erfahrung die ich für die nächsten Rennen als Motivation mitnehmen werde!

Nach dem Rennen werden die Fahrzeuge stichprobenartig nach dem technischen Reglement untersucht und nach einer gewissen Zeit aus dem Parc Ferme´, zu deutsch abgeschlossener Parkplatz, herausgegeben. Nach der anschließenden Siegerehrung nehme ich mir Zeit für ein gutes Mittagessen, bevor ich mich vom gesamten Team verabschiede und die Heimreise antrete. Hier resümiere ich den Renntag und denke darüber nach, was ich selber beim nächsten Rennen optimieren könnte. Nach dem Rennen ist schließlich vor dem Rennen!

Euer Dennis Bröker

Gastauthor Frank Upmeier von FOTOGUSTO