Kindersitze richtig montieren: Die größte Gefahr sind Fehler der Eltern

Laut dem Statistischen Bundesamt verunglücken die meisten Kinder bei Verkehrsunfällen als Insassen im Auto. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind einen Unfall völlig unbeschädigt übersteht, durch einen passenden, guten und richtig montierten Kindersitz hoch, weshalb die korrekte Befestigung enorm wichtig ist.

Kindersitze richtig montieren: Die größte Gefahr sind Fehler der Eltern

Kindersitz Abbildung 1: Mit freundlicher Genehmigung von Maxi Cosi – DOREL GERMANY GMBH
Die stetig gestiegene Sicherheit durch immer modernere Kindersitze (und Autos) hat vor allem zwei Feinde: Fahrlässigkeit und Stress. So kommt es zu Verletzungen bei Unfällen TROTZ Kindersitz meistens dadurch, dass Eltern entweder denken: „Ach, für die kurze Strecke geht es auch so“ (z. B. ohne richtiges Anschnallen) oder sich zu sehr im Stress fühlen, um auf ein Einrasten zu achten etc.
Darum ist der erste und wichtigste Tipp: Befolgen Sie die Gebrauchsanweisung! Dies klingt zwar banal, ist aber zwingend. Wie man sich vorstellen kann, nützt auch der beste Kindersitz nichts, wenn man den Gurt nicht auf die vorgeschriebene Weise verwendet und dem Kind schlimmstenfalls sogar durch falsche Gurt-Anlegung eine Würgefalle baut oder der Sitz in der Kurve schlackert. Die korrekte Anbringung befindet sich im Regelfall auch mit anschaulicher Bebilderung auf dem Kindersitz selbst. Zusätzlich bieten viele Hersteller wie z. B. Römer hilfreiche YouTube-Erklärvideos für ihre Modelle an.

Wo ist der beste Ort für den Auto Kindersitz?

Bei der Frage nach dem besten Ort für den Kindersitz raten wir Ihnen dringend in die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeuges zu sehen. Es gibt besonders zwei wichtige Punkte:
  • 1.) Ist der Mittelsitz auf der Rückbank vom Fahrzeughersteller als geeignet ausgewiesen?
  • 2.) Lässt sich der Beifahrer-Airbag abschalten?
  • Sitze im Auto

    Laut dem ADAC ist der sicherste Ort für die Kinder im Kindersitz die Rückbank. Und der sicherste Platz auf der Rückbank ist der Mittelsitz. Der mittlere Sitz ist darum am sichersten, weil er sowohl nach vorne, als auch zu beiden Seiten hin den meisten Freiraum bietet. Eine Gefahr beim Aufprall ist nämlich immer, dass das Kind an die Rücklehnen, Armatur, Seiten, Fenster oder Airbags gestoßen oder gequetscht wird. Ist der Mittelsitz nicht möglich, soll das Kind an der rechten Fahrzeugseite im Kindersitz sitzen, da dies die Gehwegseite ist und so weitere Gefahren beim Aus- und Einsteigen vermieden werden.
    Der ADAC empfiehlt den Beifahrersitz nur für den Notfall, obwohl selbst die internen Tests des Automobil-Clubs ergeben haben, dass auch der Beifahrersitz sicher ist, wenn sich der Airbag für einen rückwärts gedrehten Kindersitz abschalten lässt.

    Kindersitze und Airbags

    für Kinder Airbags tragen maßgeblich zur Sicherheit bei einem Verkehrsunfall bei, jedoch ist es auch nicht so angenehm, wie man vielleicht denken könnte. Ein herausschießender Airbag ist etwas anderes, als seinen Kopf in ein weiches Kissen zu betten, weshalb ein Airbag auch bei Erwachsenen schon mal Schürfwunden verursachen kann.
    Da der kindliche Körper verletzlicher ist und die Proportionen auch ganz anders sind, wurden mit zahlreichen Tests sowohl die Airbags als auch die Kindersitze immer weiter optimiert. Einzig der Beifahrer Airbag gilt als eine Gefahr bei rückwärtsgewandten Kindersitzen. Die Wucht des Airbags kann Babys und Kleinkinder in diesem Fall verletzen. Wenn die Kinder schon größer sind und in Fahrtrichtung blicken, soll der Front-Airbag aktiv bleiben.
    Airbags im Fond und Seitenairbags blasen sich laut der Stiftung Warentest nicht so raumfüllend auf wie die Frontairbags und „nützen mehr als sie schaden können“.

    Wie lässt sich der Beifahrer-Airbag ausschalten?

    In der Betriebsanleitung Ihres Autos erfahren Sie, ob und wie sich der Beifahrer-Airbag ausschalten lässt. Die Stiftung Warentest testete bereits 99 Autos auf ihre Familientauglichkeit und konnte dabei feststellen, dass ganz unterschiedliche Systeme verwendet werden. Bei vielen Modellen muss man für die Funktion einen Aufpreis zahlen oder es ist sehr umständlich über viele Tasten am Bordcomputer möglich. Bei manchen Fahrzeugen geht es aber auch einfach über einen Steckschlüssel.

    Isofix am sichersten

    Bei Isofix handelt es sich um ein nach ISO 13216 genormtes Befestigungssystem. Auf der Rückbank des Autos gibt es spezielle Öffnungen in welche die Isofix-Kindersitze eingesteckt werden können. Die Kindersitze haben dann eine statische Verbindung mit dem Auto und müssen nicht extra mit einem Gurt befestigt werden.



    Isofix wird sowohl vom ADAC als auch von Stiftung Warentest und Auto BILD als am sichersten bezeichnet. ExpertenTesten empfiehlt Ihnen daher, dass Sie Isofix-Kindersitze nutzen, wenn Ihr PKW damit bereits ausgestattet ist. Die besten Isofix-Kindersitze können Sie in unserem Vergleichstest finden.

    Kindersitz richtig sichern ohne Isofix

    Auch ohne Isofix gibt es hervorragende Kindersitze, welche sowohl bei externen Praxistests als auch bei den Kundenbewertungen sehr gut abschneiden, wie Sie in unserer ExpertenTesten Vergleichstabelle sehen können.
    Das Kind wird zunächst im Sitz selbst angeschnallt. Hierbei haben sich das 3-Punkt-System (beide Schultern und zwischen den Beinen) sowie das 5-Punkt-System (beide Schultern, zwischen den Beinen und zusätzlich jedes Bein nach links und rechts noch einmal extra) durchgesetzt. Der Gurt soll so eng sitzen, dass gerade noch eine flache Hand zwischen Kind und Gurt passt. Die Befestigung im Auto erfolgt dann durch den regulären Anschnallgurt. Der Anschnallgurt führt meist über die Beine und wird beispielsweise bei der Marke „Maxi-Cosi“ auch noch an der Rückschale befestigt. Der angeschnallte Sitz sollte fest sitzen und nicht mehr wackeln.

    Das sind die häufigsten Fehler bei der Kindersitz Montage

    Auto BILD initiierte für ihr TV-Format einen Crashtest bei welchem die häufigsten Fehler und ihre Folgen simuliert wurden. Laut der Unfall-Experten sind die Fehler: Größe und Gewicht des Kindes entsprechen gar nicht den Vorgaben des Kindersitzes, was im Zweifelsfall zu unterschiedlichen Sicherheitsrisiken führt. Der Gurt sitzt nicht fest genug. Dies kann vor allem dann passieren, wenn Winterjacken angelassen werden. Diese sollten darum immer ausgezogen werden. Isofix rastet nicht ein. Achten Sie in jedem Fall darauf, das Klack-Geräusch zu hören.
    Das Video zu den Crashtests können Sie hier ansehen.

    Hier finden Sie die besten Kindersitze

    Sie haben noch keinen passenden Kindersitz? Hier können Sie die stets aktualisierte Bestenliste sehen und haben in der Tabelle den direkten Vergleich.

    Die besten Kindersitze in der Gruppe O+
    Die besten Kindersitze in der Gruppe 1 (9 bis 36 kg)
    Die besten Kindersitze in der Gruppe 1 bis 2 (bis 12 Jahre)
    Die besten Kindersitze in der Gruppe 1 bis 3 (bis 12 Jahre)

    Bildquelle: Mit freundlicher Genehmigung von Maxi-Cosi® - We carry the future